Tarifvertrag für saisonarbeitskräfte in der land- und forstwirtschaft

Unregelmäßige/illegale Beschäftigung (häufig auch mit Gastarbeitern) ist Berichten zufolge in der Landwirtschaft in vielen Ländern üblich. Die vielleicht bemerkenswerteste gemeinsame Reaktion der Sozialpartner findet sich in Italien, wo die Gewerkschaften der Arbeitgeberverbände im Mai 2004 eine gemeinsame Stellungnahme (in Anwesenheit von Vertretern der Regierung und öffentlicher Institutionen) unterzeichneten, um die Legalisierung illegaler Arbeitnehmer durch bewährte Verfahren und konkrete Vorschläge zu fördern. Die Regierung wird das Abkommen mit den notwendigen legislativen Maßnahmen umsetzen. In der gemeinsamen Stellungnahme wird priorisiert: Überwachung des Phänomens; Stabilisierung der Beschäftigung; Einhaltung der Sicherheitsvorschriften am Arbeitsplatz; Beratung der Regierung bei der Reform der “sozialen Schockabsorber” (siehe Tabelle 5 oben) und bei Steuer- und Sozialabgabenerleichterungen, um die Regularisierung bestimmter Kategorien von Arbeitnehmern (z. B. Einwanderer aus Nicht-EU-Länder) zu fördern. Wenn Sie mehrere Genehmigungen als Saisonarbeiter mit einer Dauer von weniger als sechs Monaten erhalten haben, darf die Gesamtaufenthaltsdauer in Norwegen sechs Monate während eines Zeitraums von zwölf Monaten nicht überschreiten. Innerhalb des allgemein niedrig bezahlten Umfelds gibt es einige Hinweise aus einigen Ländern, dass höhere Löhne in größeren betriebenen Betrieben (wie in Irland) oder in bestimmten Teilsektoren (z. B.

Baumschulerzeugnisse in Belgien oder Forstwirtschaft in Schweden) oder in öffentlichen Betrieben (wie in der Tschechischen Republik) gezahlt werden. Die Bedenken der Gewerkschaften werden durch die Ansichten der österreicher Personen veranschaulicht, die der Ansicht sind, dass Saisonarbeit ausländischer Arbeitnehmer das Einkommens- und Arbeitsbedingungen niveauinveren in Österreich gefährdet. Sie argumentieren, dass Arbeitgeber, insbesondere Subunternehmer, zunehmend dazu neigen, ungelernte, billige oder sogar illegale Arbeitskräfte anstelle von qualifizierten Arbeitskräften einzustellen. Sie zögern auch, Vollzeitbeschäftigte einzustellen. Die Ang-Gewerkschaft ist der Ansicht, dass diese Politik langfristig schädlich sein wird, insbesondere in der Forstwirtschaft. Die zyprischen Gewerkschaften sind besorgt darüber, dass fast ausschließlich Einwanderer mit sehr wenigen Arbeitsrechten landwirtschaftliche Arbeit verrichten. Die Gewerkschaften dehnen die vorübergehende Mitgliedschaft manchmal auf ausländische Saisonarbeiter aus, ein Beispiel ist Schwedens Kommunal, die ihnen auch Informationen über Löhne und andere wichtige Fragen liefert. Ein interessantes Beispiel für die grenzüberschreitende gewerkschaftliche Zusammenarbeit ist die zwischen der IG BAU in Deutschland und der ZZPR in Polen, die im August 2003 gemeinsam eine zweisprachige Informationsbroschüre für polnische Saisonarbeiter in der deutschen Landwirtschaft veröffentlichte, die diesen Arbeitnehmern ein breites Spektrum an Informationen über rechtliche und gewerkschaftliche Angelegenheiten (DE0310204N) zur Verfügung stellte.